10. August 2011
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Kategorie: Filme & Serien
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Super 8 ist ein Beispiel dafür, weshalb man nicht immer auf Kritiken von Filmen hören sollte: Nachdem der Film in Amerika bereits vor einigen Monaten anlief, bin selbst ich nicht darum herum gekommen, die lange Wartezeit mit ein paar Rezensionen zu überbrücken. Diese waren allesamt eher ernüchternder Natur, weshalb ich gestern Abend vor Filmbeginn auch vielmehr mit einfacher Abendunterhaltung als mit zwei Stunden Spannung gerechnet hatte. Zum Glück lag ich damit ziemlich daneben.
Der Film handelt von Jugendlichen, die versehentlich ein Zugunglück filmen, und als ob sie davon nicht schon traumatisiert genug wären, entkommt bei diesem Unglück auch noch ein extraterrestrisches Wesen, das fortan in ihrer Heimatstadt sein Unwesen treibt. So weit, so gut. Aliens also. In einer Amerikanischen Kleinstadt. An welchen Regisseur erinnert das? Richtig: Steven Spielberg. Und genau der ist es auch, der (zusammen mit J.J Abrams) für Super 8 verantwortlich ist.
Tatsächlich ist die Story von Super 8 nicht gerade mit Überraschungen gefüllt. Da wäre zum einen die Truppe der Hauptdarsteller: Ein Haufen Jugendlicher, denen man auf den ersten Blick nicht wirklich zutrauen würde, einen Angriff der Außerirdischen zu überleben. Im Laufe des Filmes gibt es aber für jeden aus der Gruppe eine Situation, in der er sich beweisen muss. Zusätzlich gibt es auch noch alte Rivalen, die, wenn es darauf ankommt, natürlich zusammenarbeiten müssen, um für ein Happy Ending zu sorgen. Das alles sind Elemente, die wohl jeder schon zig-mal gesehen hat.
Aber es wäre nicht ein Hollywoodfilm, gäbe es nicht auch eine Liebesgeschichte. Natürlich kommen in der Besetzung der Hauptdarsteller 4 Jungs auf ein Mädchen, was für Spannung sorgt. Glücklicherweise verkommt der Film dadurch nicht zu einer Seifenoper, da die wenigen Szenen, in denen es um die Beziehungen zwischen den Charakteren geht, auch gleichzeitig dafür genutzt werden, dem Zuseher etwas über den Charakter und dessen Vergangenheit zu erzählen. So bleiben die Beziehungsgeschichten im Hintergrund und bieten einige Minuten Pause auf der Suche nach dem Ausserirdischen. Und wenn ich “Suche” schreibe, dann meine ich “Suche”: In der gesamten ersten Hälfte ist der Ausserirdische nicht ein einziges mal zu sehen. Was im ersten Moment vielleicht langweilig klingt, stellt sich als treibendes Element des Filmes heraus: Der Zuseher will unbedingt wissen, wie der Alien aussieht, was er vorhat, und wen er sich als nächsten schnappt. So gibt es zum Beispiel mehr als eine Szene, in der jedem, der schon einmal einen Horrorfilm gesehen hat, klar ist, dass gleich der Alien auftaucht. Trotzdem wartet man in diesen Szenen gespannt auf den Schockmoment, denn die wahre Frage ist nicht, ob er auftaucht, sondern wie er aussieht, und was er vorhat. Und obwohl ab der Hälfte des Filmes immer wieder Teile des Aliens zu sehen sind, so wird diese Frage eigentlich erst nach mehr als einer Stunde vollständig beantwortet.
Leider ist das auch genau der Punkt, ab dem der Film bergab geht. Es erscheint mir beinahe so, als wäre trotz der extrem beeindruckenden, aber wahrscheinlich auch ziemlich teuren Explosion des Zuges zu Beginn des Filmes noch zuviel Geld im Budget übergeblieben, weshalb man beschloss, sinnloserweise gegen Ende des Filmes noch eine kleine Zerstörungsorgie einzuleiten. Da hilft auch die Begründung “Die Panzer spielen verrückt” nicht wirklich weiter: Die abgefackelte Kleinstadt trägt nichts zur Story des Filmes bei.
Alles in allem ist Super 8 jedoch ein sehr guter Science Fiction Film, der sowohl gut platzierte Schockelemente als auch humorvolle Szenen bietet und diese mit einem ständigen Gefühl des Rätselns untermalt.
8/10