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10. April 2012 · Kategorie: Filme & Serien · Keine Kommentare

Auf Goodfilms gibt es zwei Kriterien, um Filme zu Bewerten: “Quality” und “Rewatchability”. Iron Sky ist das perfekte Beispiel dafür, warum das Sinn macht.

Über die letzten 1,5 Jahre hat sich meine Meinung zu Iron Sky laufend geändert. Sie ging von “Interessant, die machen das über Crowdfunding” zu “Hey, der Film könnte ja tatsächlich was werden”, dann zu “Verdammt, was ist, wenn der Film grottenschlecht wird?”, und schließlich zu “OMG IRON SKY IST IM KINO ICH MUSS DAS UNBEDINGT SEHEN” 1.

Als ich dann letzten Freitag im Kino saß, waren meine Erwartungen relativ niedrig. Ich erwartete einen einfachen Film mit einigen unterhaltsamen Szenen. Tatsächlich habe ich wohl noch nie in einem Kino so oft (und vor allem auch laut) gelacht als in den folgenden 90 Minuten.

Es stimmt, dass Iron Sky nicht unbedingt ein filmisches Meisterwerk ist. Die Schauspieler sind gut, aber nicht großartig. Die Effekte sind solide, aber bei weitem nicht mit aktuellen Blockbustern vergleichbar. Und die Story ist löchriger als Schweizer Käse2.

Das Alles ist aber nebensächlich, denn was übrig bleibt ist eine Sammlung von skurrilen Situationen, extrem witzigen Charakteren und Anspielungen auf aktuelle Politik, Filme und Memes. Und das macht Iron Sky zu einer Besonderheit, die man gesehen haben sollte.

Zumindest ich hätte mir den Film am liebsten gleich ein zweites Mal angeschaut – und das hat sich bis Heute nicht geändert.

  1. Übertreibung. Muss nicht den tatsächlichen Ereignissen entsprechen
  2. Offenbar kann man im Jahre 2018 innerhalb weniger Minuten zum Mond reisen, hat aber noch nie etwas von Radarstationen gehört.

7. Januar 2012 · Kategorie: Filme & Serien · 1 Kommentar

Absolut positive Überraschung! Bob plant einen Amoklauf, doch dann geht alles schief und er wird stattdessen zum Helden der Stadt. Der Film beginnt als dunkle Komödie, wird dann zur Romanze und am Schluss zum Drama. Einzig die Musikvideo-Optik ist ein wenig übertrieben.

Mit 6.9 ist der Film auf IMDB kriminell unterbewertet!

4. Dezember 2011 · Kategorie: Filme & Serien · 3 Kommentare

Gute Frage! Schließlich hat der Großteil dessen, was ich hier aktuell schreibe, etwas mit Filmen zu tun. Das liegt daran, dass ich noch nie so viele interessante Filme sah wie in den letzten Wochen und Monaten. Und das, obwohl ich immer schon an Filmen interessiert war. Was hat sich geändert? Nun, ich habe vor kurzem einen meiner Meinung nach sehr klugen Satz gehört, den ich hier furchtbar paraphrasiere weil ich mich nicht mehr an die Quelle erinnere:

There are two kinds of people who call themselves “movie lovers”: The ones who love movies they like, and the ones who love movies.

Kurz zusammengefasst: Es macht einen Unterschied, ob ich Filme mag, die mir persönlich gefallen, oder ob ich Film einfach an sich schon interessant genug finde. Und genau das hat sich bei mir geändert: Früher sah ich Filme in der Hoffnung, sie würden mit persönlich gefallen. Natürlich erhoffe ich das weiterhin bei jedem Film, aber im Grunde sehe ich Filme, weil sie mich interessieren. Egal ob ich den einzelnen Film mag oder nicht.

Ein kleines Beispiel gefällig? The Tree of Life. Vor einem Jahr hätte ich bei diesem Film vermutlich nach 10 Minuten gelangweilt aufgegeben; Heute würde ich ihn als den besten Film des Jahres 2011 bezeichnen. Noch einmal: Was hat sich geändert? Ich sehe den Film nicht aus dem Blickwinkel der Unterhaltung, ich sehe ihn als Kunstwerk. Und da kann The Tree of Life noch so prätentiös, verwirrend und erzkonservativ sein: Selten sah ich einen Film, den ich eher als Kunstwerk bezeichnen würde.

Das heißt natürlich nicht, dass man jeden Film nach diesen Kriterien beurteilen sollte. Wer in Avatar erzählerische Kunst sucht, der wird lange suchen. Trotzdem kann der Film unterhaltsam sein.

Soviel dazu.

Dieser Beitrag wurde ihnen präsentiert von dem Verein für durch Langeweile bedingte philosophische Selbstreflexion.

19. November 2011 · Kategorie: Filme & Serien · 1 Kommentar

Irgendwie verfolgte mich Dark City. Zuerst versäume ich ihn auf ARTE, dann wird er mir auf Goodfil.ms empfohlen, und dann schreibt auch noch der Nasendackel drüber. Da blieb mir eigentlich gar nichts anderes übrig, als mir den Film (im Directors Cut) anzusehen – und eines kann ich bereits jetzt sagen: Dark City war wohl Inspiration für so manch anderen bekannten Sci-Fi-Film, ist selbst allerdings leider viel zu unbekannt.

Aber der Reihe nach: Dark City ist ein düsterer Science Fiction Thriller aus dem Jahre 1998 (der Directors Cut erschien erst 2008) und handelt von John Murdoch (Rufus Sewell), der mitten in der Nacht in einer Badewanne aufwacht – und sich an überhaupt nichts mehr erinnert. Und als ob das nicht schon Problem genug wäre, muss er auch noch feststellen, dass in seiner Wohnung eine Leiche liegt. So begibt er sich auf die Suche nach seiner Identität, während ihn sowohl die Polizei als auch mysteriöse Graue Wesen verfolgen (welche verdächtig an die Grauen Herren aus Momo erinnern). Auf der Suche nach seiner Identität findet John allerdings auch einiges über seine Umwelt – die namensgebende Dunkle Stadt – heraus. Und so entfaltet sich nach und nach eine herrlich mysteriöse Geschichte rund um die Grauen Menschen, John und einen Wissenschaftler namens Dr. Schreber (Kiefer Sutherland).

Während alle Schauspieler ihre Charaktere akzeptabel porträtieren, ist mir vor allem Kiefer Sutherland in der Rolle des Dr. Schreber positiv aufgefallen. Dieser erinnerte mich während des ganzen Films eher an einen verrückten Wissenschaftler als an die durchaus klischeebehaftete Rolle des Jack Bauer aus 24, in der ich ihn mir sonst immer vorstelle.

Die wahre Kunst von Dark City liegt jedoch weder in der Story, noch in den Schauspielern. Es sind Kamera, Schnitt und Regie die den Film für mich zu einem unverwechselbaren Erlebnis machen. Ein Teil dieses Erlebnisses sind zum Beispiel die extrem kurz geschnittenen Kameraeinstellungen – laut IMDB beträgt die durchschnittliche Länge einer Kameraeinstellung (ASL – Average Shot Length) gerade einmal 1,8 Sekunden. Das sorgt dafür, dass man es selbst bei langwierigen Dialogen nicht wagt, wegzuschauen. Kein Wunder: Sobald man die Augen nur 2 Sekunden abwendet, hat man bereits eine komplette Kameraeinstellung verpasst.

Das trägt zwar zur Stimmung des Filmes bei, ist allerdings vor allem zu Beginn sehr anstrengend. Da der Director’s Cut im Gegensatz zur Kinoversion nämlich keinen erklärenden Monolog am Anfang hat, tappt der Zuseher ziemlich im Dunkeln. In Kombination mit dem schnellen Schnitt entsteht fast schon das Gefühl, man würde mit jeder Szene weniger verstehen.

Auch wenn sich die extrem kurzen Kameraeinstellungen nicht durchgesetzt haben, erinnerten mich Szenen in Dark City immer wieder an Filme, die erst Jahre später erschienen. Bereits eine der ersten Szenen des Films, in der die Kamera von einer Panoramaansicht bis auf ein einzelnes Fenster heranfliegt, erinnert mich an den Beginn von Sin City (2005). Später im Film kommt es unter Anderem auch zu einer Bullet Time, in der ein Objekt direkt vor einer Person in der Luft stehen bleibt – Eine Szene, die wohl jeder aus dem 1999 erschienenen The Matrix kennt.

Dark City ist damit nicht nur ein packender Sci-Fi-Thriller, sondern auch ein Wegbereiter für zahlreiche neuere Filme des gleichen Genres, den eigentlich jeder Fan von Science Fiction gesehen haben sollte.

15. November 2011 · Kategorie: Filme & Serien · 3 Kommentare

“Jeff. Playtime is over!”

Spätestens bei diesen Worten sollte einem klar sein, dass man sich mit “Hard Candy” keinen einfachen Film ausgesucht hat. Stattdessen darf man sich ab dieser Szene auf mehr als eine Stunde unbequemes Katz- und Mausspiel, Folter und Gewalt vorbereiten. Denn so freundlich die Hauptcharaktere, eine 14-jährige Schülerin und ein signifikant älterer Fotograph, auch auf den ersten Blick wirken mögen, sie haben es beide Faustdick hinter den Ohren. Und so kommt es zum Aufeinandertreffen einer selbstdeklarierten Wahnsinnigen mit einem ungeständigen Pädophilen.

Eine solch außergewöhnliche Kombination fordert natürlich auch dementsprechend außergewöhnliche schauspielerische Leistungen – und diese liefern sowohl Patrick Wilson (Watchmen) als auch Ellen Page (Inception). Beide porträtieren ihre Charaktere absolut glaubwürdig und zeigen so, dass auch ein Billigfilm (für Hollywood-Verhältnisse) überzeugende Schauspieler haben kann. Sie sind zwar die einzigen Schauspieler, die wirklich Text haben, doch gerade durch die Konzentration auf 2 Personen kommt es erst zu der unglaublich mitreisenden Dynamik zwischen den beiden Hauptrollen.

Aber zurück zum Film: Dieser übertritt, wie die Einleitung bereits vermuten lässt, einige Grenzen dessen, was manch Zuseher als “guten Geschmack” bezeichnen würde. Dabei werden jedoch nicht stumpf Tabus gebrochen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Die Handlungen der Hauptdarsteller waren zumindest für mich zwar teilweise überraschend, aber im Nachhinein immer nachvollziehbar, und jede Aktion zieht auch eine Konsequenz nach sich.

Genau diese Konsequenzen konnte die Regie aufgrund des knappen Budgets wohl bei einigen Szenen nicht ziehen, was dazu führt, dass man dem Film deutlich ansieht, dass er in gerade einmal 18 Tagen gedreht wurde. Sei es aufgrund eigenartiger Kameraarbeit oder plötzlicher Belichtungswechsel – einige Szenen hätte man auch gerne noch ein drittes- oder viertes mal drehen können. So wandelt Hard Candy zwischen wunderbar stimmigen Kameraperspektiven und Shaky Cam; Ein Umstand, der zwar auffällt, aber nicht wirklich von der eigentlichen Handlung ablenkt.

Alles in Allem würde ich Hard Candy jedem empfehlen, der kein Problem mit unbequemen Filmen hat, die zum Nachdenken anregen und in denen die Rollen des Guten und Bösen nicht von Anfang an klar vergeben sind. Ich persönlich mag solche Filme, weshalb mir Hard Candy aussergewöhnlich gut gefallen hat.

22. August 2011 · Kategorie: Filme & Serien · 2 Kommentare

Als Doctor Who Fan landet man früher oder später bei den Spinoffs der Serie. Davon gibt es nämlich mehr als genug: Alleine seit 2005 entstanden Torchwood, The Sarah Jane Adventures und K-9. Während die letzten beiden nicht mehr fortgesetzt werden, lief vor einigen Wochen die vierte Staffel von Torchwood an. Aber was ist Torchwood überhaupt?

Torchwood ist eine SciFi-Serie rund um das fiktive Torchwood-Institut und dessen zentrale Figur, Captain Jack Harkness. Dieser ist nicht nur unsterblich, sondern kommt auch noch aus der fernen Zukunft und lebt seit dem 19.Jh auf der Erde. Im Gegensatz zu Doctor Who hat Torchwood nicht den Anspruch, eine “Familiensendung” zu sein, weshalb es normalerweise wesentlich rauer zugeht. Während ich die ersten 3 Staffeln nur teilweise gesehen habe, bin ich bei der vierten Staffel seit Anfang an dabei und kann nur sagen: Torchwood ist aktuell meine absolute Lieblingsserie.

Warum Torchwood?

Obwohl Torchwood eine Serie für “Erwachsene” ist, behält sie das Konzept bei, wegen dem ich auch zum Doctor Who Fan wurde: Waffen reichen nicht, um Aliens zu besiegen.

Ich finde es einfach nur dumm, wenn fette Laserwaffen das Einzige sind, das Aliens in SciFi-Serien von Menschen unterscheidet. Genau deshalb war ich auch nie “Fan” von Star Trek, Star Wars und den meisten anderen bekannten Science Fiction Serien. Laserpistolen sind auch nur Schusswaffen mit komischen Soundeffekten; Laserschwerter sind auch nur Schwerter mit komischen Soundeffekten. Natürlich können diese Serien und Filme auch spannend sein, aber die schießen an meiner Definition von “Science Fiction” vorbei. Von einem Genre, das sich “fiktive Wissenschaft” nennt, erwarte ich mehr. Wissenschaft ist so viel mehr als nur Waffen.

Miracle Day?

Aber zurück zur aktuellen Staffel von Torchwood. Diese trägt den Titel “Miracle Day” und schlägt genau in die Richtung, in die Torchwood ansonsten nicht geht: Während die Serie normalerweise dafür bekannt ist, einen ziemlichen Leichenhaufen zu hinterlassen, stirbt plötzlich niemand mehr. Die gesamte Menschheit ist auf einmal unsterblich. Was am Anfang noch wie ein Wunder aussieht, sorgt schnell für Probleme: normalerweise tödliche Krankheiten breiten sich aus, es mangelt an Nahrung, Selbstmörder springen sich ins Koma, und nur Torchwood kann herausfinden, was es damit auf sich hat.

Mit diesem extrem interessanten Gedanken im Hintergrund handelt Torchwood: Miracle Day also nicht von irgendwelchen riesigen UFOs und Laserkannonen (bis Episode 7 ist die Staffel sogar Alien-frei), sondern stellt dem Gewissen des Zusehers Fragen: Wenn niemand mehr stirbt, gibt es dann noch Mord? Was würdest du mit komatösen Menschen machen, wenn du wüsstest, dass sie nie wieder aufwachen und eigentlich Tod sein müssten?

Das nenne ich fiktive Wissenschaft.

10. August 2011 · Kategorie: Filme & Serien · 1 Kommentar

Super 8 ist ein Beispiel dafür, weshalb man nicht immer auf Kritiken von Filmen hören sollte: Nachdem der Film in Amerika bereits vor einigen Monaten anlief, bin selbst ich nicht darum herum gekommen, die lange Wartezeit mit ein paar Rezensionen zu überbrücken. Diese waren allesamt eher ernüchternder Natur, weshalb ich gestern Abend vor Filmbeginn auch vielmehr mit einfacher Abendunterhaltung als mit zwei Stunden Spannung gerechnet hatte. Zum Glück lag ich damit ziemlich daneben.

Der Film handelt von Jugendlichen, die versehentlich ein Zugunglück filmen, und als ob sie davon nicht schon traumatisiert genug wären, entkommt bei diesem Unglück auch noch ein extraterrestrisches Wesen, das fortan in ihrer Heimatstadt sein Unwesen treibt. So weit, so gut. Aliens also. In einer Amerikanischen Kleinstadt. An welchen Regisseur erinnert das? Richtig: Steven Spielberg. Und genau der ist es auch, der (zusammen mit J.J Abrams) für Super 8 verantwortlich ist.

Tatsächlich ist die Story von Super 8 nicht gerade mit Überraschungen gefüllt. Da wäre zum einen die Truppe der Hauptdarsteller: Ein Haufen Jugendlicher, denen man auf den ersten Blick nicht wirklich zutrauen würde, einen Angriff der Außerirdischen zu überleben. Im Laufe des Filmes gibt es aber für jeden aus der Gruppe eine Situation, in der er sich beweisen muss. Zusätzlich gibt es auch noch alte Rivalen, die, wenn es darauf ankommt, natürlich zusammenarbeiten müssen, um für ein Happy Ending zu sorgen. Das alles sind Elemente, die wohl jeder schon zig-mal gesehen hat.

Aber es wäre nicht ein Hollywoodfilm, gäbe es nicht auch eine Liebesgeschichte. Natürlich kommen in der Besetzung der Hauptdarsteller 4 Jungs auf ein Mädchen, was für Spannung sorgt. Glücklicherweise verkommt der Film dadurch nicht zu einer Seifenoper, da die wenigen Szenen, in denen es um die Beziehungen zwischen den Charakteren geht, auch gleichzeitig dafür genutzt werden, dem Zuseher etwas über den Charakter und dessen Vergangenheit zu erzählen. So bleiben die Beziehungsgeschichten im Hintergrund und bieten einige Minuten Pause auf der Suche nach dem Ausserirdischen. Und wenn ich “Suche” schreibe, dann meine ich “Suche”: In der gesamten ersten Hälfte ist der Ausserirdische nicht ein einziges mal zu sehen. Was im ersten Moment vielleicht langweilig klingt, stellt sich als treibendes Element des Filmes heraus: Der Zuseher will unbedingt wissen, wie der Alien aussieht, was er vorhat, und wen er sich als nächsten schnappt. So gibt es zum Beispiel mehr als eine Szene, in der jedem, der schon einmal einen Horrorfilm gesehen hat, klar ist, dass gleich der Alien auftaucht. Trotzdem wartet man in diesen Szenen gespannt auf den Schockmoment, denn die wahre Frage ist nicht, ob er auftaucht, sondern wie er aussieht, und was er vorhat. Und obwohl ab der Hälfte des Filmes immer wieder Teile des Aliens zu sehen sind, so wird diese Frage eigentlich erst nach mehr als einer Stunde vollständig beantwortet.

Leider ist das auch genau der Punkt, ab dem der Film bergab geht. Es erscheint mir beinahe so, als wäre trotz der extrem beeindruckenden, aber wahrscheinlich auch ziemlich teuren Explosion des Zuges zu Beginn des Filmes noch zuviel Geld im Budget übergeblieben, weshalb man beschloss, sinnloserweise gegen Ende des Filmes noch eine kleine Zerstörungsorgie einzuleiten. Da hilft auch die Begründung “Die Panzer spielen verrückt” nicht wirklich weiter: Die abgefackelte Kleinstadt trägt nichts zur Story des Filmes bei.

Alles in allem ist Super 8 jedoch ein sehr guter Science Fiction Film, der sowohl gut platzierte Schockelemente als auch humorvolle Szenen bietet und diese mit einem ständigen Gefühl des Rätselns untermalt.

8/10

17. Juli 2011 · Kategorie: Filme & Serien · 1 Kommentar

Spoilerfrei!

Eine Saga kommt zu Ende: Mit Harry Potter and the Deathly Hallows Part 2 lief diese Woche in den Kinos der letzte Film der Harry Potter Serie an, und als richtige Fans waren wir natürlich pünktlich am Mittwoch um 0:00 Uhr im English Cinema, um ihn uns anzusehen. Der Film bedeutete uns so viel, wir trotzten nicht nur einer “verlorenen” Kartenreservierung, wegen welcher wir uns den Film aus Reihe 3 anschauen durften, sondern wir bereiteten uns auch noch mit einer Wiederholung des ersten Teiles darauf vor, um absolut nichts auszulassen.

Eines vorweg: Ich würde mich selbst als Harry Potter Fan der ersten Stunde bezeichnen. Ich weiß noch wie ich vor mehr als 10 Jahren zu Weihnachten das erste Buch (als Hörspiel auf ~20 Kassetten) bekam und es mir das folgende Jahr mindestens einmal alle zwei Wochen anhörte, bevor ich damit begann, die Bücher zu lesen (der zweite Teil war gerade erst erschienen). Seitdem gab es eigentlich jedes Jahr ein Ereignis, das etwas mit Harry Potter zu tun hatte. Sei es ein neues Buch oder ein neuer Film, es gab immer etwas Neues. Das ist nun wohl vorbei.

Im Sinne der Redewendung “Die Ruhe vor dem Sturm” erwartete ich nach dem relativ ruhigen ersten Teil vom Zweiten eine Menge Action – und wurde nicht enttäuscht. Das Drehbuch, in dem dank der Aufteilung auf 2 Filme bei weitem nicht so viele Lücken klaffen wie bei manch anderem HP-Film, war Actiongeladen von Anfang bis Ende. Gleichzeitig gab es zahlreiche Momente die zum Lachen anregten – und auch wenn Zeilen wie “I always wanted to use that spell” oder “Not my daughter, you bitch” einem Nichtkenner der Serie warscheinlich nicht besonders originell vorkommen, so ist es doch ganz anders, wenn sie von einer Person kommen, die man über die letzten 10 Jahre verfolgen durfte und von der man genau weiß, dass sie so etwas normalerweiße niemals sagen würde.

Damit wären wir auch schon bei den einzelnen Charakteren. In Bezug auf die schauspielerischen Leistungen sind HP-Filme in der Vergangenheit eher für die erwachsenen Nebenrollen und weniger für die von Jugendlichen besetzten Hauptrollen bekannt gewesen. Für den letzten Teil möchte ich allerdings besonders Letztere hervorheben, welche meiner Meinung nach allesamt um einiges besser sind als in irgendeinem anderen Teil der Serie. Sogar in Daniel Radcliffe’s Gesichtsaudrücken kann man Emotionen erkennen; Emotionen, welche ich in Harry Potter and the Half-Blood Prince noch sehnlich vermisste.

Auf die Produktion und die Spezialeffekte braucht man bei HP-Filmen erst garnicht näher einzugehen, haben diese doch mit jedem Teil neue Maßstäbe für den Britischen Film gesetzt. Auch David Yates, welchen ich von anfang an sehr mochte, macht als Regisseur wieder eine gute Figur.

Alles in Allem ist Harry Potter and the Deathly Hallows Part 2 der beste Film und damit ein würdiger Abschluss der Serie, den man sich nicht nur als bekennender Fan ansehen sollte.

Und obwohl ich Harry Potter sehr vermissen werde hoffe ich, dass keine weiteren Fortsetzungen erscheinen. Das jetzige Ende ist gut und sollte nicht durch irgendwelche Spin-Offs zerstört werden.

10. April 2011 · Kategorie: Filme & Serien · 3 Kommentare

Ich versuche normalerweise möglichst selten über Dinge zu schreiben, von denen ich keine Ahnung habe. Diesmal mache ich eine Ausnahme und schreibe über Sucker Punch, einen Film, den ich auch Stunden, nachdem ich ihn gesehen habe, noch immer nicht wirklich verstehe. Aber spulen wir erst einmal ein wenig zurück.

Sucker Punch ist ein Fantasy-Action-Film von Legendary Pictures. Letzteres halte ich deshalb für erwähnenswert, weil mir Legendary Pictures bisher sehr konträr aufgefallen ist. Zum einen wäre da 300, wohl einer der stumpfsten Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Das einzig interessante an 300 war der Look: Dunkel mit einer bestimmenden Farbe (meistens Rot), stark überbearbeitet, jedes einzelne Bild wirkt wie frisch aus Photoshop. Ähnlich sieht auch der zweite Legendary-Film aus, der mir in Erinnerung blieb: Watchmen. Im Gegensatz zu 300 halte ich Watchmen für einen der besten Filme, die ich jemals gesehen habe. Die explizite Gewaltdarstellung, die bei 300 einfach nur sensationsgeil wirkt, fügt sich bei Watchmen wunderbar in die Atmosphäre ein. Aber was ist Sucker Punch? Ein weiteres 300 oder doch eher Watchmen? Ich würde sagen: Beides.

–Spoileralarm–

Die ersten Minuten wirken wunderbar düster, die Musik ist ausgezeichnet und man hört der Erzählerstimme gespannt zu. Ich muss sofort an Watchmen denken. Dann wird man plötzlich aus dieser Welt herausgerissen und findet sich in einer glamouröseren Version eben dieser wieder. Aus dem Sanatorium wird ein Theater – interessant, aber auch verwirrend. Mir selbst ist bis kurz vor Ende nicht klar, ob einfach nur einige Wochen in die Zukunft gesprungen wurde, oder ob es sich um einem Traum handelt. Der Untertitel des Films – “You will be unprepared” – ist also nicht an den Haaren herbeigezogen.

Es folgen einige belanglose Dialogszenen – generell sind Dialoge nicht gerade die Stärke des Films. Die meisten Charaktere wirken für mich eher leer und gefühlsarm, nur der Theaterbesitzer erweckt den Eindruck, eine ausgeprägte (wenn auch ziemlich verstörte) Persönlichkeit zu besitzen. Kurz darauf wird man als Zuseher in die erste von mehreren kürzeren Traumsequenzen geworfen. Moment mal – ein Traum im Traum? Offenbar braucht jeder aktuelle Hollywoodfilm einen gewissen Touch von Inception.

Die Traumsequenzen erinnern allesamt sehr stark an 300; Meistens wird stumpf drauflosgeballert. Die Szenarien der Traumsequenzen sind allerdings hervorragend und würden allesamt einen eigenen Film verdienen. Alleine der zweiten Sequenz, in der gegen Steampunk-Zombie-Nazis (!!!!!!!) gekämpft wird, würde ich gerne eine Comicserie und die dazugehörige 4-Stunden-Verfilmung gönnen. Ich meine, Steampunk. Zombie. Nazis. Eine Google-Bildersuche bestätigt, dass diesem Szenario vor Sucker Punch eindeutig zu wenig Aufmerksamkeit zugekommen ist. Außerdem möchte ich die Kostümabteilung des Films darauf hinweisen, dass das Schulmädchenoutfit der Hautpdarstellerin

  1. ein echter Hingucker ist und
  2. bei starkem Schneefall irgendwie unglaubwürdig wirkt.

Um das Ausmaß der Szenarien, die der Film verbrät, zu beschreiben, bediene ich mich kurz bei theredspeechballon:

As always, first and foremost, I gotta give credit where credit is due. Zack Snyder has officially made a movie that included all of the following:

  • Hot chicks in school girl outfits,
  • hot chicks in stripper/dancer outfits,
  • hot chicks in barely there badass soldier outfits,
  • a dragon (and a dragon baby),
  • some orc looking things,
  • crazy mercenary robots,
  • video game style fight scenes with pretty effects,
  • AND steampunk zombie Nazi soldiers!

Wer sich durch die ständigen Wechsel zwischen vermeintlichem Traum und Traum im vermeintlichen Traum bisher noch nicht verwirren lies, dem wird spätestens am Ende der Kopf explodieren. Neben der Tatsache, dass der Hauptcharakter des Films einer Lobotomie unterzogen wird, bleibt es offen, ob sich die abschließende Szene in einem Traum oder in der Realität abspielt. Ich tippe auf einen Traum, bin mir aber nicht sicher. Alles im Allem würde ich dem Film vorläufig 7 von 10 Punkten geben. Diese Wertung werde ich aber vermutlich ändern, wenn ich den Film endlich verstanden habe.

Zum Abschluss noch eine zur Verwirrung des Films passende Analyse des Films von Marc mit Inception-Anspielung:

Der Busfahrer ist der sich drehende Kreisel!

30. Januar 2011 · Kategorie: Filme & Serien · 3 Kommentare

Vor einiger Zeit sah ich eine Grafik, die den Zusammenhang zwischen der Ähnlichkeit Computergenerierter Grafiken (Personen, Effente) zur Realität und deren Akzeptanz beim Zuseher zeigt. Die Aussage dieser Grafik: Je realistischer die Grafik, desto höher die Akzeptanz. Jedoch gibt es eine Ausnahme.

Kurz vor dem Erreichen der 100%-Marke, also dem Moment, an dem die computergenerierte Person nicht mehr von einer reellen zu unterscheiden ist und der Zuseher sie damit als “echt” akzeptiert, stürzt die Akzeptanz komplett ab. Das ist genau der Moment, in dem die generierte Grafik optisch reell wirkt, der Zuseher jedoch das Gefühl hat, dass irgendetwas nicht stimmt.

Ich konnte diesen Effekt zwar noch nicht an mir selbst beobachten (was vermutlich daran liegt, dass computergenerierte Grafiken noch immer relativ leicht von echten unterscheidbar sind), kenne jedoch einen ähnlichen “Trick” der Filmindustrie, der mich immer wieder iritiert. Ich rede von Programmen, die von Menschen dargestellt werden.

Natürlich ist mir bewusst, dass es viele meiner Lieblingsfilme ohne diesen Trick niemals gegeben hätte. Wer hätte sich jemals Matrix angeschaut, wenn jeder Besuch der Protagonisten in der Matrix dem Benutzer durch ein Konsolenfenster und einen Haufen Quellcode präsentiert geworden wäre? Hätte es ohne diese Metapher jemals TRON gegeben?

Dennoch komme ich mir jedes mal komisch vor, wenn ein vermeintlicher Mensch mir weißmachen will, er sei ein Programm. Warum? Weil er es einfach nicht ist. Er ist Schauspieler, und egal wie gut er ist, er ist nunmal kein Programm. Genauso geht es der Computergrafik, die einfach nicht 100% der Realität abbilden kann.

Was ich damit sagen will: Wenn jemand von euch jemals einen Film produziert, in dem Computerprogramme verständlich dargestellt werden sollen, dann nehmt nicht einfach menschliche Schauspieler dafür. Nehmt Computergrafiken! Ein 3D-Renderer mag vielleicht niemals einen perfekten Menschen darstellen könnnen, aber für Programme ist er allemal gut genug. So kombiniert man zwei Tiefpunkte der Zuseherakzeptanz, nämlich die Unfähigkeit von Programmen, Menschen darzustellen und die Unfähigkeit von Menschen, Programme darzustellen, und macht daraus ein hundertprozentig akzeptables Filmerlebnis.