[ ]

1. Februar 2012 · Kategorie: Musik · 1 Kommentar

Dropkick Murphys Dropkick Murphys Dropkick Murphys

Die Dropkick Murphys waren gestern in Wien, und Herr Irrelevant und ich waren live dabei.

Die Tonqualität war zwar mit der Qualität meiner Fotos vergleichbar, aber die Murphys waren trotzdem spitze!

Außerdem war die Sicht auf die Bühne wesentlich besser, als es auf den Fotos scheint.

3. Dezember 2011 · Kategorie: Musik · Keine Kommentare

Nach 4 Jahren ist das siebte Studioalbum von Nightwish nun endlich zu haben. “Imaginaerum” ist jedoch nicht nur ein Musikalbum – es ist auch der Soundtrack zum 2012 erscheinenden, gleichnamigen Film. Und das hört man auch.

Bereits das erste Lied macht klar: Was man da gerade hört ist nicht einfach ein Musikalbum, es versucht gleichzeitig ein Soundtrack zu sein. Und so kommt es, dass Nightwish ihrem neuen Album mit Taikatalvi ein sauberes, wenn auch nicht unbedingt aufregendes Intro verpassen. Direkt danach folgt mit Storytime der wohl poppigste Track des ganzen Albums. Ähnlich wie Amarenth des letzten Albums Dark Passion Play lässt sich auch dieser Song höchstwahrscheinlich gut als Single verkaufen, passt aber nicht wirklich zum Rest des Albums und wird nach dem dritten mal Hören auch langweilig. Man sieht schon: Der Einstieg in Imaginaerum könnte spannender sein.

Trotzdem sollte man jetzt noch nicht aufgeben – schließlich folgt mit Ghost River endlich eine würdige Eröffnung des Albums. Ein bombastisches Intro eröffnet den Song, gefolgt von Anette’s zarter Stimme. Doch es dauert nicht lange, da stürzt sich der Song in einen wunderbar düsteren Refrain im typischen Nightwish-Stil. Während Ghost River hört man auch zum ersten mal den unheimlichen Kinderchor, der während des Albums immer wieder Einzug findet.

Weiter geht es mit Slow, Love, Slow, das seinem Namen gerecht wird. Das Interessanteste an diesem Song sind wohl die für Nightwish untypischen Jazz-Elemente, der Rest ist langweilig. Nach mehr als 5 Minuten endet Slow, Love, Slow mit dem einsamen Geräusch einer Pendeluhr, doch plötzlich: Gitarrenriff! Wir sind beim 5. Song des Albums – I Want My Tears Back, welches mit seinem sehr eingängigen Refrain und einem länglichen Instrumentalteil wunderbar auf meinen persönlichen Höhepunkt des Albums vorbereitet: Scaretale

Scaretale eröffnet mit gruseligen Orchesterklängen und dem bereits aus Ghost River bekannten Kinderchor, gefolgt von atmosphärischen Klängen, die ein wenig an eine Horrorfilmversion eines Zirkus erinnern. Danach setzt wieder das Orchester ein, diesmal begleitet vom richtigen Chor. Es folgt der einzige Einsatz von Double Bass Drums im gesamten Album und auch der Gesang klingt wunderbar bösartig. Wie bereits Slow, Love, Slow macht auch Scaretale seinem Namen alle Ehre – diesmal aber im guten Sinne. Und wie es sich für ein 7:32 langes Stück gehört, hat Scaretale natürlich auch einen interessanten Mittelteil: gruselige Zirkusmusik vom Feinsten!

Danach begibt man sich mit Arabesque, dem ersten Instrumental des Albums, auf eine Reise. Nach den jazzigen Klängen von Slow, Love, Slow gibt es diesmal orientalische Musik. Man sieht schon: An Abwechslung mangelt es Imaginaerum wirklich nicht. Als Nächstes folgt mit Turn Loose The Mermaids die erste gute Ballade des Albums, untermalt von den Trommeln aus Arabesque.

Es wird wieder schwer. Mit Rest Calm folgen brachiale Gitarrenklänge, nur unterbrochen von einem melodischen und fast schon verträumten Refrain. Zwar sind beide Teile sehr gelungen, doch irgendwie wirkt es, als hätte man hier zwei Songs in einen gepackt. Danach gibt es mit The Crow, the Owl and the Dove die zweite und meiner Meinung nach bessere Ballade des Albums – diesmal mit mehr Gitarren. Doch wirklich gut wird das Album erst wieder mit Last Ride of the Day, welches vor allem durch seinen großartigen Refrain und die treibende Perkussion für mich zusammen mit Scaretale zum besten Lied des Albums wird.

Wir nähern uns dem Ende, doch etwas fehlt noch für ein richtiges Nightwish-Album: Das epochale Stück mit mehr als 10 Minuten. Hier kommt Song of Myself ins Spiel, welches mit seinen 13 Minuten Länge und dem Orchesterintro auf den ersten Blick genau in diese Kategorie fällt. Und tatsächlich gibt es 7 Minuten lang ein wunderbar episches Feuerwerk, doch dann schwingt das Lied plötzlich um und für die zweite Hälfte gibt es gesprochene Monologe und Hintergrundmusik. Das wäre zwar ein guter einminütiger Mittelteil gewesen und macht mit dem dazugehörigen Film vielleicht auch Sinn, ist aber definitiv zu lang. Zum Ende gibt es mit Imaginaerum das zweite Instrumental des Albums. Vor dem inneren Auge läuft der Abspann des Films, im Kino wird’s wohl genau so werden.

Alles in Allem ist Imaginaerum ein stimmungsvolles und extrem abwechslungsreiches Album. Mit dieser Vielfältigkeit ist zwar der eine oder andere Griff ins Klo verbunden, gleichzeitig sorgt sie aber auch dafür, dass das Album auch nach häufigem Hören nicht langweilig wird.

31. Oktober 2011 · Kategorie: Musik · 2 Kommentare

Wenn es um Audioqualität geht, gehöre ich zu den Menschen, die eigentlich nie zufrieden sind. Im Moment liegen 4 Kopfhörer auf meinem Schreibtisch – 2 In-Ears, 2 Große mit Bügel; Meine Musikanlage ist eine Eigenkombination aus 2 älteren Stereo-Anlagen und einer 5.1-Anlage. Und obwohl ich keine vergoldeten Kabel kaufe, war ich jahrelang davon überzeugt, komprimierte Musik blind von unkomprimierter unterscheiden zu können. Da mir aber schön langsam der Speicherplatz ausgeht, habe ich beschlossen, diese Fähigkeit zu testen, um herauszufinden, ob ich nicht doch auf AAC-Dateien umsteigen kann.

Der Test

Für diesen Test habe ich 10 Lieder ausgewählt, jedes in 128 und 256 kbit/s AAC sowie unkomprimiert (zwischen 800 und 1100 kbit/s) angehört und dann versucht, sie richtig zuzuordnen. Danach habe ich sie noch einmal gehört, diesmal wissend, welche Versionen die komprimierten sind. Ich habe hierbei bewusst nicht ein THX-zertifiziertes Lautsprecherset in einer Studioumgebung getestet. Stattdessen habe ich die Musik so gehört, wie ich sie 90% der Zeit genieße: Mit meinen Ultimate Ears Super fi.5 In-Ear Kopfhörern. Und meine Vermutung wurde zumindest teilweise bestätigt: Ich konnte jede 128 kbit Version sofort erkennen. Bei den 256ern wurde es allerdings bereits schwerer. Hier sind meine Ergebnisse:

Dropkick Murphys – The Gauntlet

Die AAC-Version rauscht bei lauten Stellen, Artefakte sind deutlich hörbar.

Metallica – All Nightmare Long

Der AAC-Version fehlt etwas Dynamik, der Unterschied ist allerdings kaum hörbar.

Billy Talent – Fallen Leaves

Die Kompression ist vor allem beim Schlagzeug deutlich hörbar. Der Drummer wird sich freuen!

Bob Dylan – The Times Are A-Changin’

Kein Unterschied hörbar.

Daft Punk – Derezzed

Kein Unterschied hörbar.

Soap and Skin – DDMMYYYY

Die AAC-Version ist im Bass etwas detailarm, der Unterschied ist allerdings nur bei mehrmaligem Wiederholen hörbar.

Blues Traveler – Hook

Kein Unterschied hörbar.

Green Day – Homecoming

In der Lossless-Version setzt bei 0:50 das Schlagzeug ein, bei der AAC-Version kommt zusätzlich noch Rauschen dazu.

Nightwish – Phantom of the Opera

Bei lauteren und komplexeren Stellen sind deutlich Artefakte hörbar, aus einzelnen Instrumenten wird ein gemeinsamer “Brei” von Klängen.

Ludwig van Beethoven – 9. Sinfonie, 2. Satz

Der AAC-Version fehlt etwas Dynamik, der Unterschied ist allerdings kaum hörbar.

Schlüsse

AAC ist ein extrem guter Audiocodec – nur bei 2 Musikstücken konnte ich störende Artefakte erkennen. Bei den meisten Songs äußert sich die Kompression nur durch fehlende Details oder einer etwas eingeschränkten Dynamik – beides Symptome, die zumindest mir nur dann auffallen, wenn ich aktiv danach suche. Bei nicht allzu komplexer Musik ist überhaupt kein Unterschied erkennbar.

Ich schließe daraus, dass ich meine Zweifel bezüglich AAC aufgeben kann. Ich werde meine unkomprimierte Musik zwar bestimmt nicht löschen, kann mir aber durchaus vorstellen die Originale am Fileserver zu archivieren und nur die AAC-Versionen dabei zu haben.

Wie geht es euch mit komprimierter Musik? Habt ihr empfindliche Ohren oder reichen euch die weißen Apple-Kopfhörer und Musik von Youtube? Bei welcher Kompressionsrate liegt bei euch die “Schmerzgrenze”, also der Punkt, an dem ihr euch nicht mehr auf die Musik konzentrieren könnt, weil die Artefakte zu sehr stören?

30. Oktober 2011 · Kategorie: Musik · 1 Kommentar

Lulu cover

Als Metallica und Lou Reed bekannt gaben, an einem gemeinsamen Album zu arbeiten, war ich skeptisch. Als großer Fan von Metallica, der sich eigentlich nie besonders für Lou Reed interessiert hat, hatte ich gehofft, dass letzterer nur die Lyrics beisteuert und das Album somit wenigstens musikalisch brauchbar wird. Daraus ist wohl nichts geworden.

Eines vorweg: Lulu ist schlecht. Es ist unglaublich schlecht. Es ist so schlecht, dass ich es mir nicht antun werde, es noch einmal komplett durchzuhören um jeden Song einzeln zu bewerten. Stattdessen werde ich das Album als Gesamtheit kritisieren, denn die meisten Kritikpunkte treffen sowieso auf alle Lieder zu.

Die Lyrics von Lulu sind, um es milde auszudrücken, peinlich. Selten habe ich Texte gehört, die so verzweifelt versuchten, kontrovers und provozierend zu sein, dass sie in die Lächerlichkeit abglitten.

So eröffnet das Album mit den Worten “I would cut my legs and tits off/when I think of Boris Karloff”, während James Hetfield im Hintergrund minutenlang “Small town girl” gröhlt. Später präsentiert sich das Album aber auch von seiner charmanten Seite, mit Zeilen wie “to be dry and sperm-less, like a girl”, “I swallow your sharpest cutter / like a colored man’s dick / blood spurting from me” oder dem intellektuell höchst anspruchsvollen “I am the table”.

Zur Verteidigung von Lou Reed sollte man allerdings erwähnen, dass die Texte an die Theaterstücke von Frank Wedekind angelehnt sind. Es könnte also durchaus möglich sein, dass das Album etwas mehr Sinn ergäbe, wenn ich dessen Werke kennen würde.

Doch auch wenn man die haarsträubende Sinnlosigkeit der Lyrics ignoriert wird die darunterliegende Musik nicht besser. Die meisten Lieder klingen, als hätte jemand beim Mischen die falschen Spuren übereinander gelegt. Die Instrumente sind nicht aufeinander abgestimmt, es kommt kein Rhythmus zustande. Die meisten Tracks treiben vor sich hin, als würden sie auf etwas Großes vorbereiten, das aber bis zum Schluss nicht eintritt. Stattdessen endet Lulu nach 87 folterähnlichen Minuten mit Junior Dad in einem Lied, das vielleicht eine funktionierende Rockbalade geworden wäre, wenn es nicht komplett abwechslungslos 20 Minuten (!!) lang dahinkriechen würde.

So bleibt Lulu eine Ansammlung lahmer und komplett willkürlich kombinierter Riffs, gepaart mit sinnlosen und im Sprechgesang vorgetragenen Texten. Auf einer Skala von 1 bis 10 gibt das 0 Punkte.

Wer sich selbst überzeugen möchte, kann das gesamte Album online anhören

22. März 2011 · Kategorie: Musik · 5 Kommentare

Wer einige meiner älteren Album-Vorstellungen gelesen hat, wird vielleicht gemerkt haben, dass ich meistens das längste Lied zu meinem Lieblingslied kröne. Natürlich könnte ich jetzt behaupten, dass das ganz einfach immer die besten Lieder sind, aber ehrlich gesagt ist der Grund viel subtiler: Ich liebe einfach (Populär-) Musik in Überlänge. Mich fasziniert es, wenn sich Musiker, deren Musik sonst nur eine Aufmerksamkeitsspanne von 3-4 Minuten beansprucht, plötzlich mit multiplen Sätzen beschäftigen und eine Spannungskurve – also eine Art roten Faden – in ihre Musik einbauen. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass es meine Meinung über eine Band ändert, wenn ich weiß, dass sie ein solches Stück produziert haben. Ab diesem Moment sind die Mitglieder der Band für mich wahre Musiker, egal ob mir ihre restliche Musik gefällt oder nicht.

Als absoluter iTunes-Liebhaber (*hust*) habe ich mir natürlich sofort eine Playlist meiner liebsten Musikstücke mit 8+ Minuten angelegt und diese hier in gewohnt schlechter YouTube-Qualität eingebettet. Aktuell besteht sie großteils aus Metal und ein wenig Punk, wenn jemand längere Musikstücke aus anderen Genres der Populärmusik kennt: Ab in die Kommentare!

(weiterlesen …)

12. Februar 2011 · Kategorie: Musik · Keine Kommentare

The Brothers Bloom ist ein Film aus dem Jahre 2008. Der IMDB-Wertung von 6.9 kann man entnehmen, dass er wahrscheinlich auch gar kein schlechter Film ist. Ehrlich gesagt ist er mir aber komplett egal. Im Vergleich zu seinem Soundtrack kann der Film nämlich nur schlecht abschneiden. Dieser ist schließlich unglaublich gut.

Das Album “The Brothers Bloom” ist, wie bereits gesagt, der Soundtrack zum gleichnamigen Film. Als solcher sind die meisten Lieder natürlich instrumental, schließlich soll die Musik ja nicht vom Film ablenken. Außerdem gibt es eine gleich simple wie geniale Melodie, die sich wie ein Roter Faden durch alle 19 Tracks des Albums zieht. Einmal leise im Hintergrund, einmal als Solo im Vordergrund, einmal auf dem Klavier, dann wieder gespielt von Trompeten. Durch dieses Thema und die jeweilige Stimmung, in der es präsentiert wird, hat man beim Hören des Albums das Gefühl, den Verlauf des Films mitzuerleben, selbst wenn man ihn nie gesehen hat.

Alleine “The Perfect Con”, der 18. und damit vorletzte Track, erzählt schon eine kleine Geschichte. Zu Beginn leise und vorsichtig, setzt genau zur richtigen Zeit ein stärkeres Klavier ein, gefolgt von einem unglaublich entspannt und kühl klingenden E-Piano. Beide steigern sich schnell, und so setzen kurz darauf auch noch weitere Instrumente ein. Die bereits bekannte Melodie tritt wieder in den Vordergrund. Kurz darauf ist es auch wieder vorbei, es sind nur mehr das E-Piano und etwas, das ich für eine Ziehharmonika halte, zu hören. Einige Takte später übernimmt wieder das Klavier die selbe Melodie, zum Ausklang wird dieses wieder vom extrem entspannend pfeifenden E-Piano abgelöst. So wechseln sich die einzelnen Stimmen des Liedes ab, sagen alle das Gleiche, und sind dennoch fundamental verschieden.

Auch bei “Meeting Penelope”, dem sechsten Lied des Albums, bekomme ich sofort Lust, am Klavier mitzuspielen. Ähnlich wie der Mittelteil von “The Perfect Con” strotzt auch dieses Lied nur so vor guter Laune und weckt zumindest bei mir Lust auf den Sommer.

Alles in Allem ist “The Brothers Bloom” ein wunderbares Album, das Sommerstimmung verbreitet, aber genau so gut im Hintergrund in der Endlosschleife laufen kann.