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18. September 2011 · Kategorie: Technik · 2 Kommentare

Als ich mich das erste mal mit statischen Blogs beschäftigte, entdeckte ich auch etwas anderes: Markdown.

Markdown ist ein Weg, normale Textdateien durch spezielle Zeichen zu formatieren. Dabei folgt Markdown im Gegensatz zu manch anderen Formaten einigen (zumindest für mich) sehr interessanten Grundregeln:

  • Markdown ist nicht RTF. Dateien, die in Markdown geschrieben sind, sind weiterhin einfache Textdokumente. Erst nachdem man das Geschriebene durch ein Markdown-Skript schickt, erhält man ein formatiertes Dokument, z.B. in HTML, PDF oder RTF. Das macht Dokumente in Markdown zukunftssicher und einfach zu versionieren.
  • Markdown ist nicht HTML. Anstatt fiktive Schlüsselwörter oder Tags zu erfinden versucht Markdown, natürliches Schreiben zu ermöglichen. Das hat 2 Große Vorteile:
    • Auch Menschen, die noch nie davon gehört haben, können Texte in Markdown ohne Probleme lesen.
    • Markdown zu schreiben ist praktisch kein Mehraufwand im Vergleich zu reinem Text.

Das macht Markdown für mich zum perfekten Weg, in der Schule mitzuschreiben. Ich verschwende meine Zeit nicht mit ungeschlossenen Tags und muss die Hände trotzdem nicht von der Tastatur nehmen. Und für Onlineabgaben kann ich blitzschnell HTML generieren.

31. August 2011 · Kategorie: Technik · 5 Kommentare

Das hier ist ein etwas längerer Kommentar zu diesem Beitrag, welchem man daher zuvor lesen sollte.

Eines Vorweg: Ich finde es gut, dass sich jemand, den ich als Windows-Poweruser bezeichnen würde, zu Microsoft’s Plänen für den Windows 8 Explorer äußert. Als starker Unterstützer einer Platform (in meinem Fall Mac OSX) befindet man sich nämlich häufig hinter einer unsichtbaren Schutzmauer. So hatte ich zum Beispiel bis jetzt keinen einzigen Beitrag gelesen, der sich positiv zu den Änderungen äußert – obwohl es bestimmt genug davon gibt.

Leider ändert auch eben genannter Beitrag nichts an meiner Meinung zu den geplanten Änderungen: Ich halte die neue Oberfläche für chaotisch, überladen und schlussendlich für unnötig.

Microsoft schafft es doch tatsächlich, in einem Menüpunkt 19 Buttons in 2 verschiedenen Größen zu packen und trotzdem noch 8 Dropdown-Pfeile zu brauchen, um zusätzliche Optionen anzuzeigen. Um den Unterschied zu verdeutlichen: Hier ist ein Bild von der Oberfläche, die ich täglich verwende:

Ich würde Apple’s Designentscheidungen beim Finder in keinem Fall als perfekt bezeichnen, doch ein überladenes, chaotisches Interface kann man ihnen kaum vorwerfen. Aber zurück zum eigentlichen Beitrag:

Obwohl ich eingestehen muss, dass diese Neuerungen für alle Power-User tatsächlich nicht relevant sind. Es ist egal auf welches OS man setzt, mit Tastaturkürzel ist man in jedem mir momentan einfallenden Fall schneller als mit der Maus.

Und genau das ist das erste Problem: Power-User interessieren sich meistens nicht für eine Vielzahl großer Buttons, weil sie mit der Tastatur noch immer 3 mal schneller sind. Da stellt sich für mich natürlich die Frage: Für wen ist das Interface dann? Für die Anfänger? Wohl kaum. Diese sind schließlich schon mit 3 Buttons verwirrt, und alle Anderen kennen das Kontextmenü. Wer bleibt dann noch übrig? Niemand.

Was jedoch viele nicht beachten ist die Tatsache, dass gerade Windwos von vielen zum Arbeiten verwendet wird – und mehr nicht.

Wenn ich diesen Satz einzeln lese denke ich mir eigentlich nur: “Ist nicht gerade Windows das einzige Betriebssystem, das ein Gamer jemals verwenden würde?” Im Zusammenhang glaube ich jedoch, dass mit dem Satz eher etwas in die Richtung von “Windows wird von vielen verwendet, weil sie es auf der Arbeit zur Verfügung gestellt bekommen” gemeint ist.

Um diesen Gedanken etwas weiter auszuführen: Windows wird großteils von Menschen verwendet, weil sie es bekommen, und sich nicht genug für Computer interessieren, um sich ein anderes (und unter Umständen für ihre Aufgaben besser geeignetes) Betriebssystem zu suchen. Sie wollen einfach nur ihre Arbeit machen. Der Computer ist ein Mittel zum Zweck, den man am besten einmal auswendig zu bedienen lernt und ihn danach einfach benutzt. Lustigerweise sind genau diese Menschen auch die Ersten, die schreien, wenn man etwas ändert.

Und diese Menschen soll man mit so extremen Änderungen ansprechen? Für mich ist das ein einziger Widerspruch.

PS: Falls die Ribbon-Bar einmal wirklich stört – was sie bei Ordnern mit sehr vielen Dateien auch tatsächlich tut – kann man sie ja immer noch ausblenden!

Und damit wären wir beim Kern der Sache: Der “Eine Option geht noch”-Mentalität. Genau diese Meinung ist leider viel zu weit verbreitet. Eine weitere Option im Einstellungsdialog ist für mich nichts Weiteres als ein weiterer Punkt, in dem sich der Entwickler seiner eigenen Arbeit nicht sicher genug war. Und wenn man sich seiner eigenen Arbeit nicht sicher ist, dann sollte man diese Arbeit nicht dem Benutzer aufzwingen, sondern sich gefälligst eine bessere Lösung überlegen.

7. August 2011 · Kategorie: Technik · 3 Kommentare

Nachdem sowohl Mac OSX Lion als auch das damit ausgelieferte Safari 5.1 Emojis unterstützen, wollte ich mir vorige Woche eine Emoji-Domain registrieren. Warum? Deshalb: Domains sind einfach cool. Leider hatte ich nicht so viel Glück wie die Jungs von Panic, die sich einfach so http://💩.la registrierten.

Die meisten Domain-Registrare haben nämlich inzwischen auf die ICANN gehört und erlauben nur mehr bestimmte sprachspezifische Sonderzeichen, und das, obwohl es nicht einmal ein Unicode-Zeichen für Pimmel gibt. (Tatsächlich teilen sich “Penis” und “Bamboo Pole” die Stelle U+7AFF, und noch dazu ist das Zeichen ein Hanzi).

Also begab ich mich auf die Suche nach einem Registrar, der so ziemlich alle Vorschriften ignoriert und nicht all zu teuer ist – und wurde bei .tk fündig. Leider hatten wohl schon einige vor mir die Idee, weshalb alle einstelligen Emoji-Domains schon vergeben sind. Immerhin war der schöne Unicode-Pfeil noch frei, weshalb ich hiermit den zig-tausendeten Link-Shortener präsentiere:

➟.tk

Und nachdem das Ganze gratis ist, habe ich mir auch gleich noch 🚀science.tk (für die nicht-Emoji-kompatiblen: <raketensymbol>science.tk) registriert. Was ich damit machen werde, weiß ich aber noch nicht.

18. Juni 2011 · Kategorie: Technik · Keine Kommentare

Soeben habe ich eine Funktion in Mac OSX entdeckt, bei der ich mir eigentlich nur eine Frage stelle: Warum habe ich das nicht schon viel früher entdeckt? Auf die Schnelle fallen mir darauf 2 Antworten ein:

  1. Beinahe niemand kennt diese Funktion, oder
  2. Jeder kennt sie, aber niemand hat sich dazu erbarmt mir etwas davon zu sagen.

Nachdem ich natürlich davon ausgehe, dass niemand von euch mir Letzteres antuen würde, wähle ich Ersteres und frage daher: Wer hatte diesen Dialog schon einmal vor Augen?

System Settings

Dieser Dialog verbirgt sich unter System Settings > Keyboard > Application Shortcuts, und mit ihm kann man Menuitems (also einzelnen Einträgen in den Menüs verschiedener Applikationen) eigene Shortcuts zuweisen. Das heißt: Wenn wieder einmal eine App CMD+Q nicht unterstützt, kann man einfach einen neuen Eintrag anlegen, die App auswählen, als Menu Title “Quit” (oder wie der Menüpunkt auch immer heißt) auswählen und als Shortcut CMD+Q eingeben. Nicht einmal ein Neustart der App ist dafür Notwendig, und der Shortcut wird im Menü angezeigt, als wäre er immer schon dagewesen.

Mir ist allerdings noch ein weiterer Anwendungszweck eingefallen: Als Feind der Lesezeichenleiste ist es manchmal ganz schön umständlich, auf Bookmarks > Bookmarklets > Instapaper zu gehen, um z.B. eine Seite zu Instapaper hinzuzufügen. Auch hier kann man sich, wie man im oberen Screenshot sieht, Shortcuts anlegen. Schließlich sind Bookmarks auch nur Menüeinträge.

Wie gesagt: Vielleicht bin ich der Letzte der das bemerkt, aber ich finde es einfach zu großartig um es nicht weiterzuempfehlen.

28. Mai 2011 · Kategorie: Technik · 3 Kommentare

I am a huge fan of Doctor Who for more than half a year now. If you start to watch a TV-series that has a history of 47 years, there are two things you are most thankful for: summaries and timelines. Since Doctor Who is about a time traveller and therefore contains several “wibbly-wobbly-timey-wimey” plot twists, timelines are indeed the most useful equipment for every newbie.

While there are several really good and extremely detailed timelines, all of them are distributed as images. So, when I wanted to learn how to use the HTML5-canvas and jQuery, I created my own timeline of the currently running season 6 of Doctor Who using only modern web technologies. No Images, no Flash, just web.

Timeline

Check it out here! (And please, use a decent browser such as Firefox 4, Safari 5 or Chrome 12)

There are still some bugs (especially concerning the timing in which the different scripts, such as the drawing and the fonts, are loaded), so if you experience any errors, just reload the page ;-)

22. April 2011 · Kategorie: Technik · 5 Kommentare

Nachdem ich mich vor einiger Zeit mit dem Responsive Webdesign einem “Trend” beim designen von Blogs gewidmet habe, werde ich heute auf eine technische Abwandlung des Bloggens eingehen, die mich seit einiger Zeit stark interessiert. Die Rede ist von statischen Blogs.

Beinahe alle Blogs, ich schätze einmal ohne irgendeine unterstützende Statistik auf 99%, werden dynamisch generiert. Sie basieren also auf einer Software wie z.B. WordPress, die bei jedem Seitenaufruf die angefragten Daten aus der Datenbank zieht, sie an der richtigen Stelle in das ausgewählte Design klebt und dem Besucher die fertige html-Datei präsentiert. Dadurch gewinnt man natürlich eine Menge an Flexibilität.

Das ständige Generieren von Seiten braucht natürlich eine Menge Leistung, was vor allem vielbesuchte Blogs in die Knie zwingen kann; Nicht umsonst gibt es Begriffe wie “fireballed”. Warum mich das als Besitzer eines ziemlich unbekannten Blogs interessiert? Weil ich beim Anblick folgender Grafik einfach das Gefühl habe, irgendetwas ändern zu müssen:

Web Inspector

Bei jedem Seitenaufruf muss man trotz WP Super Cache und Varnish 1 Sekunde auf die Reaktion des Servers warten. Der Cache und Varnish greifen nämlich erst bei tonnenweise Zugriffen innerhalb kürzester Zeit. So liefert der Apache Benchmark “ab” bei 100 gleichzeitigen Verbindungen, die jeweils 10 Seiten innerhalb kürzester Zeit aufrufen das gleiche Ergebnis, egal ob auf dynamische oder statische Dateien zugegriffen werden. Lässt man den gleichen Benchmark mit 2 gleichzeitigen Verbindungen laufen, bleibt die Wartezeit der dynamischen Datei gleich, während die statische 10x schneller daherkommt. Kurz gesagt: Auch Seiten mit niedrigen Besucherzahlen werden von dynamischen Inhalten ausgebremst.

Statische Blogsoftware zeichnet sich dadurch aus, dass die fertigen HTML-Dateien nicht bei jedem Seitenaufruf generiert werden, sondern einmal in Vorraus. Dadurch braucht man nicht nur wesentlich weniger Serverressourcen, sondern kann sich auch einen großen Teil der Administration sparen. Keine WordPress Updates mehr, keine Sicherheitsprobleme mit PHP mehr, und auch ein schwacher Server läuft bei tausenden Besuchern noch stabil.

Als Blogger möchte man natürlich nicht jede einzelne Seite des Blogs von Hand zusammenkopieren. Dafür gibt es sogenannte “static blogging engines” wie z.B. Jekyll oder Rog, die aus einem Template und einem Haufen Artikel, die allesamt als einzelne Dateien vorliegen, die fertige Seite generieren. Der Hauptunterschied zwischen diesen Engines und einem “klassischen” WordPress besteht also darin, dass die fertige Seite nur auf Befehl des Admins neu generiert wird. Der Gedanke dahinter ist: “Es ist besser, wenn ich als Autor beim Veröffentlichen eines Artikels einmal 5 Sekunden warte, als wenn jeder Besucher bei jedem Seitenaufruf 1 Sekunde wartet”. Und damit komme ich auch endlich zu dem eigentlichen Grund, aus dem ich diesen Artikel schreibe:

Keine Static Blogging Engine macht das, was ich will. Ich möchte nämlich folgendes:

  • Die Engine nimmt ein Template und eine Liste von Beiträgen im HTML-Format entgegen. Eine Unterstützung von Markdown oder Ähnlichem brauche ich nicht.
  • Ich kann Artikel als “Entwurf” markieren, wodurch sie nicht veröffentlicht werden, jedoch trotzdem im fertigen Layout (nur für mich) zur Verfügung stehen
  • Ich kann sowohl am PC als auch am Smartphone und am iPad Beiträge schreiben. Mein aktueller Ansatz hierfür wäre, die Quelldaten des Blogs in die Dropbox zu packen. Es gibt für praktisch jede Platform Apps, die ihre Daten in der Dropbox speichern können. Die Blogengine reagiert auf Veränderungen in der Dropbox und generiert Seiten bei Bedarf neu.

Vielleicht motiviert mich dieser Beitrag ja, mir eine passende Engine selbst zu basteln. Sozusagen als kleines Experiment. Wenn ich die Zeit finde. Ansonsten muss ich eben weiterhin erst 4 WordPress Updates durchführen, bevor ich einen neuen Artikel schreibe.

20. April 2011 · Kategorie: Technik · 2 Kommentare

Telefone verbinden sich mit Sendemasten; Das sollte jeder wissen. Sendemasten wissen, wo sie stehen; Das wissen auch viele. Daraus kann man schließen, dass ein Telefon in etwa weiß, wo es ist. Das gehört so.

Etwas eigenartig ist jedoch die Tatsache, dass iPhones und iPads diese Informationen fleißig in eine (lokale) Datenbank schreiben und sie danach nicht mehr löschen. Noch besser: Die Datenbank ist unverschlüsselt am Gerät und wird mit einem iTunes-Backup mitgesichert. Das haben Alasdair Allan und Pete Warden herausgefunden und heute auf der Where 2.0 Konferenz präsentiert.

Verliert also jemand sein iPhone, kann man sich mit Hilfe eines Jailbreaks Zugriff auf tausende Datenbankeinträge mit Ort und Datum verschaffen (Die SQLite Datenbank liegt unter /System/Library/Frameworks/CoreLocation.framework/Support/). Wenn man Zugriff auf einen Computer hat, kann man sich diese Daten auch einfach aus dem iTunes-Backup ziehen. Bei mir gehen die Daten in der Tabelle bis Dezember 2010 zurück, weil ich damals im Zuge einer Entsperraktion mein Telefon und sämtlich Backups gelöscht hatte. Innerhalb der letzten 4 Monate haben sich bei mir insgesamt 61203 Datensätzen angesammelt.

Da sich das so natürlich nur einem Nerdpublikum präsentieren lässt haben die Herren auch gleich die passende Mac-App entwickelt, die sich direkt beim Start die aktuelle Datenbank aus dem letzten iTunes-Backup zieht und die Daten in Form einer Heatmap über eine Karte legt. Jeder, der die Gelegenheit dazu hat, sollte diese App einmal starten. Zumindest mir wurde dabei ziemlich unheimlich zumute.

Doch warum legt das iPhone diese Datei überhaupt an? Meine aktuelle Antwort (und die der Entdecker): Ich weiß es nicht. Die Daten werden scheinbar nirgends verwendet. Man kann die Datei aus Sicherheitsgründen z.B. einfach nach /dev/null zeigen lassen und es treten keinerlei Probleme auf. Wer also Angst davor hat, dass diese Daten in falsche Hände gelangen könnten, sollte (wenn ein Jailbreak vorhanden ist) der zuvor verlinkten Anleitung folgen. Außerdem ist es immer eine gute Idee, in iTunes bei “Backup verschlüsseln” einen Haken zu setzen.

11. Februar 2011 · Kategorie: Technik · Keine Kommentare

Gestern saß ich im Bus. Eigentlich sitze ich jeden Tag im Bus, aber gestern am Heimweg fiel mir etwas auf. Als ich meine Kopfhörer vom iPad abzog, es wegpackte, und die Kopfhörer an mein Handy steckte, begann das genau gleiche Lied an genau der gleichen Stelle zu spielen, an der ich es zuvor (am anderen Gerät) pausiert hatte. Und ich dachte mir: Warum eigentlich nicht immer so?

Deshalb mein Aufruf: Kabellose Synchronisation für alles, und zwar wirklich alles. Von den Einstellung bis zur Musik, von den Dateien bis zum Kalender. Und natürlich die ToDos. Letzteres von mir aus auch, wenn ich es selbst machen muss!

6. Februar 2011 · Kategorie: Technik · 8 Kommentare

Warnung: Der folgende Beitrag enthält Eigene Meinung™ und wird ihr Liebslingsbetriebssystem mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Dreck ziehen.

Es ist eine endlose Debatte: iOS, Android, oder doch Windows Mobile Phone Ultra Premium Super Professional Edition 7? Ach, und waren da nicht auch noch Meego, Ubuntu Netbook Remix und Blackberry Tablet OS? Welches soll man bloß verwenden? Nun, hier ist meine Meinung:

iOS

iOS ist ganz klar das mobile OS, mit dem ich am meisten Erfahrung habe. Warum? Weil ich es täglich verwende und auch schon kleinere Apps dafür geschrieben habe. Man kann also sagen, dass iOS mir persönlich von allen mobilen Betriebssystemen am Besten gefällt. Das soll allerdings nicht heißen, dass es sich hier um die Eierlegende Wollmilchsau handelt, ganz im Gegenteil. Apple war schon immer gut darin, Dinge wegzulassen. Das gute daran ist, dass sich meine Definition von Perfektion ganz mit der von Antoine de Saint Exupéry deckt:

“Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn sich nichts mehr hinzufügen lässt, sondern dann, wenn man nichts mehr wegnehmen kann.”

Das bedeutet natürlich nicht, dass iOS in seiner aktuellen Version perfekt ist. Das Benachrichtigungssystem ist ein Horror, die Synchronisation treibt mich regelmäßig in den Wahnsinn (was aber an iTunes liegt, nicht an iOS), und ich verstehe auch nicht ganz, weshalb mein altes 3G mit jeder neuen Version langsamer werden muss. Trotzdem ist es insgesamt das am besten durchdachte und vor allem am konsequentesten durchgesetzte mobile Betriebssystem.

Android

Android ist für mich ein sehr zweischneidiges Schwert. Einerseits finde ich es technologisch sehr interessant, doch die gesamte User Experience, also die gesamte Oberfläche und alles, was dazugehört, ist in meinen Augen einfach nicht zu Ende gedacht. Und da hilft es auch nicht, eine neue Version nachzuschießen, in der die Buttons eine andere Farbe haben. Damit habe ich kein Problem, die Buttons kann ich mir im Notfall auch selbst umfärben. Das Problem ist Google.

Google ist einfach eine von Ingenieuren getriebene Firma bei der sich scheinbar niemand ernsthaft für benutzerfreundliches Design interessiert. Das reicht von Kleinigkeiten, wie z.B. den ständigen Perspektivenwechseln, die durch die neuen “Karussellansichten” in Android 3.0 hervorgerufen werden und der Tatsache, dass sich in diesen Karussellen die Bilder und deren Beschriftungen scheinbar nicht den gleichen Bezugspunkt und Radius teilen können, bis zu den großen Fehlern, wie z.B. der Schriftart der Uhr (ebenfalls Android 3.0 “Honeycomb”). Ganz ehrlich: Wer hat diese Schrift verbrochen? Und noch viel wichtiger: Was hat er sich dabei gedacht, sie für eine Uhr in der Statuszeile zu verwenden?

Falls sich noch jemand erinnert: Das erste Android-Gerät (das G1) hatte eine Hardwaretastatur, und bis heute hat es Google nicht geschafft, ihren Hardwareherstellern diese Unart auszutreiben. Im Gegenteil: Sie fordern sogar, dass jedes Androidgerät 4 Hardwareknöpfe unterm Bildschirm hat. Was Google jedoch nicht von seinen OEMs fordert ist, dass sie ihre Geräte aktuell halten. Und so kommt es, dass noch immer tonnenweise totgebrandete Plastikhandys mit Android 1.6 unterwegs sind. Nicht, weil deren Benutzer zu blöd wären, diese zu aktualisieren, sondern weil der Gerätehersteller einfach keine Lust mehr hat, seine tolle Eigenbau-GUI zu aktualisieren. Dadurch bleiben die neueren Versionen denen Vorbehalten, die wissen, wie sie ihre Geräte “rooten” und mit eigenen Firmwares bespielen können. Ein Umstand, bei dem ich mich in die furchtbare Symbian-Zeit zurückversetzt fühle.

Windows Phone 7

Ich muss hier eines loswerden: Es ist nicht so, dass ich Microsoft generell nicht mag. Ich mag Windows am Desktop nicht, finde es am Tablet noch schlimmer, und finde Ballmer furchtbar peinlich. Das war’s. Ich besitze ein XBox und bin seit Jahren sehr zufrieden damit. Den Zune fand ich auch immer sehr interessant.

Zu Windows Phone 7 kann ich bei weitem nicht so viel sagen wie zu Android. Das liegt einerseits daran, dass ich es noch nicht selbst verwendet habe, und andererseits daran, dass ich mich über das Konzept bei weitem nicht so aufregen kann. Microsoft hat bei Windows Phone 7 einfach sehr viel richtig gemacht. Klar, vieles haben sie von Apple gestohlen, aber das ist mir ehrlich gesagt komplett egal. So lange sie nämlich selbst Verbesserungen vornehmen und dadurch eine Konkurrenz für Apple sind, profitieren auch iOS-Benutzer davon.

Neben der Konzentration aufs Wesentliche (wer hätte gedacht, dass Microsoft sich bei iOS ausgerechnet das Fehlende Copy/Paste abschaut) und der klaren Optik (rechteckige Felder, sehr Typographiegetrieben und Animationen nur dort, wo sie logisch sind) gefällt mir vor allem auch, dass Microsoft seinen OEMs strengere Vorschriften gibt als z.B. bei Windows am Desktop. Ob sie dadurch ein Update-Chaos wie bei Android verhindern können, wird sich erst zeigen.

Alles in allem also: Windows Phone 7 sieht wie ein sehr gutes mobiles Betriebssystem aus dem Jahre 2009 aus. Jetzt müssen sie nur mehr nach 2011 aufschließen.

Alles Andere

Von allen anderen Alternativen habe ich leider zu wenig Ahnung, um mich dazu äußern zu können. Aber das ist OK.

Eines noch: Wenn mir noch einmal jemand etwas als “Tablet-OS” verkaufen will, und ich am ersten Screenshot bereits einen Mauszeiger sehe, dass übernehme ich keine Haftung für meine Reaktion.

28. Januar 2011 · Kategorie: Technik · 9 Kommentare

Deutsch

Vor ein paar Monaten entdeckte ich Boxcar, und ich war sofort begeistert davon. Es waren jedoch nicht die eingebauten Features (wie z.B. das Pushen von Facebook- oder Twitternachrichten auf das iPhone), die meine Aufmerksamkeit erregten. Was mich faszinierte war die Möglichkeit, sich selbst über einen einfachen HTTP POST beliebige Push-Nachrichten zu schicken.

WP Comment Push ist ein Plugin für WordPress, das jeden neuen Kommentar als Push-Nachricht an den eingestellten Boxcar-Account versendet. Vor allem bei kleineren Blogs, auf denen nur wenige Kommentare zu jedem Beitrag geschrieben werden, ist das wesentlich sinnvoller und vor allem auch schneller, als die Kommentare z.B. als RSS-Feed zu abonnieren.

Vorraussetzungen

  • Ein Boxcar Account
  • Die Boxcar App, installiert auf einem iOS-Gerät, mit “Growl/API” aktiviert
  • php_curl sollte auf dem Server installiert sein. Wenn das nicht der Fall ist: Mit dem Hoster sprechen (bei Hosting-Kunden) oder selbst installieren (bei eigenem Server)

Installation

  • Das Plugin herunterladen
  • Das zip Archiv entpacken
  • Den enthaltenen Ordner nach wp-content/plugins kopieren
  • Das Plugin in WordPress aktivieren und die Boxcar-Zugangsdaten eingeben
  • Einen Kommentar hinterlassen :-)

English

A few month ago, I discovered Boxcar and I immediately liked it. However, I was not really interested in the built-in features, like pushing your Facebook- and Twitter newsfeed. Instead, I was fascinated by the possibility to send yourself a push notification via simple HTTP POST methods.

WP Comment Push is a WordPress Plugin that sends every new comment on your blog to your Boxcar-Account, resulting in a Push notification on your iPhone or iPad. This is especially useful for smaller Blogs that only get a few comments. It is also much faster that subscribing to your Comments via RSS.

Requirements

  • A Boxcar Account
  • The Boxcar App, installed on an iOS-Device, with “Growl/API” enabled
  • php_curl should be installed on your Server. If that’s not the case: Talk to your hoster (if you only have webhosting) or install it yourself (if you have your own Server)

Installation

  • Download the plugin
  • Extract the zip archive
  • Copy the folder to wp-content/plugins
  • Activate the plugin in WordPress and input your Boxcar username and password
  • Leave a comment :-)

Code

function wpcp_send($id)
{
	$username = get_option('wpcp_username');
	$password = get_option('wpcp_password');
	$comment = get_comment($id);
	if($comment->comment_approved == 1) {
		$gravatar = 'http://www.gravatar.com/avatar/'.md5(strtolower($comment->comment_author_email));
 
		if(!class_exists('WP_Http')) {
			include_once( ABSPATH . WPINC. '/class-http.php' );
		}
 
		$body = array('notification[from_screen_name]' => get_bloginfo('name'), 'notification[message]' => $comment->comment_author.': "'.$comment->comment_content.'"', 'notification[icon_url]' => $gravatar);
		$headers = array( 'Authorization' => 'Basic '.base64_encode("$username:$password"));
		$request = new WP_Http;
		$result = $request->request('https://boxcar.io/notifications', array('method'=>'POST','body'=>$body,'headers'=>$headers));
	}
 
	return $id;
}

Download

WPCommentPush.zip

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