6. Februar 2011
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Kategorie: Technik
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Warnung: Der folgende Beitrag enthält Eigene Meinung™ und wird ihr Liebslingsbetriebssystem mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Dreck ziehen.
Es ist eine endlose Debatte: iOS, Android, oder doch Windows Mobile Phone Ultra Premium Super Professional Edition 7? Ach, und waren da nicht auch noch Meego, Ubuntu Netbook Remix und Blackberry Tablet OS? Welches soll man bloß verwenden? Nun, hier ist meine Meinung:
iOS
iOS ist ganz klar das mobile OS, mit dem ich am meisten Erfahrung habe. Warum? Weil ich es täglich verwende und auch schon kleinere Apps dafür geschrieben habe. Man kann also sagen, dass iOS mir persönlich von allen mobilen Betriebssystemen am Besten gefällt. Das soll allerdings nicht heißen, dass es sich hier um die Eierlegende Wollmilchsau handelt, ganz im Gegenteil. Apple war schon immer gut darin, Dinge wegzulassen. Das gute daran ist, dass sich meine Definition von Perfektion ganz mit der von Antoine de Saint Exupéry deckt:
“Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn sich nichts mehr hinzufügen lässt, sondern dann, wenn man nichts mehr wegnehmen kann.”

Das bedeutet natürlich nicht, dass iOS in seiner aktuellen Version perfekt ist. Das Benachrichtigungssystem ist ein Horror, die Synchronisation treibt mich regelmäßig in den Wahnsinn (was aber an iTunes liegt, nicht an iOS), und ich verstehe auch nicht ganz, weshalb mein altes 3G mit jeder neuen Version langsamer werden muss. Trotzdem ist es insgesamt das am besten durchdachte und vor allem am konsequentesten durchgesetzte mobile Betriebssystem.
Android
Android ist für mich ein sehr zweischneidiges Schwert. Einerseits finde ich es technologisch sehr interessant, doch die gesamte User Experience, also die gesamte Oberfläche und alles, was dazugehört, ist in meinen Augen einfach nicht zu Ende gedacht. Und da hilft es auch nicht, eine neue Version nachzuschießen, in der die Buttons eine andere Farbe haben. Damit habe ich kein Problem, die Buttons kann ich mir im Notfall auch selbst umfärben. Das Problem ist Google.

Google ist einfach eine von Ingenieuren getriebene Firma bei der sich scheinbar niemand ernsthaft für benutzerfreundliches Design interessiert. Das reicht von Kleinigkeiten, wie z.B. den ständigen Perspektivenwechseln, die durch die neuen “Karussellansichten” in Android 3.0 hervorgerufen werden und der Tatsache, dass sich in diesen Karussellen die Bilder und deren Beschriftungen scheinbar nicht den gleichen Bezugspunkt und Radius teilen können, bis zu den großen Fehlern, wie z.B. der Schriftart der Uhr (ebenfalls Android 3.0 “Honeycomb”). Ganz ehrlich: Wer hat diese Schrift verbrochen? Und noch viel wichtiger: Was hat er sich dabei gedacht, sie für eine Uhr in der Statuszeile zu verwenden?

Falls sich noch jemand erinnert: Das erste Android-Gerät (das G1) hatte eine Hardwaretastatur, und bis heute hat es Google nicht geschafft, ihren Hardwareherstellern diese Unart auszutreiben. Im Gegenteil: Sie fordern sogar, dass jedes Androidgerät 4 Hardwareknöpfe unterm Bildschirm hat. Was Google jedoch nicht von seinen OEMs fordert ist, dass sie ihre Geräte aktuell halten. Und so kommt es, dass noch immer tonnenweise totgebrandete Plastikhandys mit Android 1.6 unterwegs sind. Nicht, weil deren Benutzer zu blöd wären, diese zu aktualisieren, sondern weil der Gerätehersteller einfach keine Lust mehr hat, seine tolle Eigenbau-GUI zu aktualisieren. Dadurch bleiben die neueren Versionen denen Vorbehalten, die wissen, wie sie ihre Geräte “rooten” und mit eigenen Firmwares bespielen können. Ein Umstand, bei dem ich mich in die furchtbare Symbian-Zeit zurückversetzt fühle.
Windows Phone 7
Ich muss hier eines loswerden: Es ist nicht so, dass ich Microsoft generell nicht mag. Ich mag Windows am Desktop nicht, finde es am Tablet noch schlimmer, und finde Ballmer furchtbar peinlich. Das war’s. Ich besitze ein XBox und bin seit Jahren sehr zufrieden damit. Den Zune fand ich auch immer sehr interessant.
Zu Windows Phone 7 kann ich bei weitem nicht so viel sagen wie zu Android. Das liegt einerseits daran, dass ich es noch nicht selbst verwendet habe, und andererseits daran, dass ich mich über das Konzept bei weitem nicht so aufregen kann. Microsoft hat bei Windows Phone 7 einfach sehr viel richtig gemacht. Klar, vieles haben sie von Apple gestohlen, aber das ist mir ehrlich gesagt komplett egal. So lange sie nämlich selbst Verbesserungen vornehmen und dadurch eine Konkurrenz für Apple sind, profitieren auch iOS-Benutzer davon.
Neben der Konzentration aufs Wesentliche (wer hätte gedacht, dass Microsoft sich bei iOS ausgerechnet das Fehlende Copy/Paste abschaut) und der klaren Optik (rechteckige Felder, sehr Typographiegetrieben und Animationen nur dort, wo sie logisch sind) gefällt mir vor allem auch, dass Microsoft seinen OEMs strengere Vorschriften gibt als z.B. bei Windows am Desktop. Ob sie dadurch ein Update-Chaos wie bei Android verhindern können, wird sich erst zeigen.
Alles in allem also: Windows Phone 7 sieht wie ein sehr gutes mobiles Betriebssystem aus dem Jahre 2009 aus. Jetzt müssen sie nur mehr nach 2011 aufschließen.
Alles Andere
Von allen anderen Alternativen habe ich leider zu wenig Ahnung, um mich dazu äußern zu können. Aber das ist OK.
Eines noch: Wenn mir noch einmal jemand etwas als “Tablet-OS” verkaufen will, und ich am ersten Screenshot bereits einen Mauszeiger sehe, dass übernehme ich keine Haftung für meine Reaktion.