David, was hältst du eigentlich von Filmen?
Gute Frage! Schließlich hat der Großteil dessen, was ich hier aktuell schreibe, etwas mit Filmen zu tun. Das liegt daran, dass ich noch nie so viele interessante Filme sah wie in den letzten Wochen und Monaten. Und das, obwohl ich immer schon an Filmen interessiert war. Was hat sich geändert? Nun, ich habe vor kurzem einen meiner Meinung nach sehr klugen Satz gehört, den ich hier furchtbar paraphrasiere weil ich mich nicht mehr an die Quelle erinnere:
There are two kinds of people who call themselves “movie lovers”: The ones who love movies they like, and the ones who love movies.
Kurz zusammengefasst: Es macht einen Unterschied, ob ich Filme mag, die mir persönlich gefallen, oder ob ich Film einfach an sich schon interessant genug finde. Und genau das hat sich bei mir geändert: Früher sah ich Filme in der Hoffnung, sie würden mit persönlich gefallen. Natürlich erhoffe ich das weiterhin bei jedem Film, aber im Grunde sehe ich Filme, weil sie mich interessieren. Egal ob ich den einzelnen Film mag oder nicht.
Ein kleines Beispiel gefällig? The Tree of Life. Vor einem Jahr hätte ich bei diesem Film vermutlich nach 10 Minuten gelangweilt aufgegeben; Heute würde ich ihn als den besten Film des Jahres 2011 bezeichnen. Noch einmal: Was hat sich geändert? Ich sehe den Film nicht aus dem Blickwinkel der Unterhaltung, ich sehe ihn als Kunstwerk. Und da kann The Tree of Life noch so prätentiös, verwirrend und erzkonservativ sein: Selten sah ich einen Film, den ich eher als Kunstwerk bezeichnen würde.
Das heißt natürlich nicht, dass man jeden Film nach diesen Kriterien beurteilen sollte. Wer in Avatar erzählerische Kunst sucht, der wird lange suchen. Trotzdem kann der Film unterhaltsam sein.
Soviel dazu.
Dieser Beitrag wurde ihnen präsentiert von dem Verein für durch Langeweile bedingte philosophische Selbstreflexion.
Floppi am 4. Dezember 2011
Selbstreflexion. Das Wort wird vermerkt.
David am 4. Dezember 2011
@Floppi: Ich schreibe einen Text über Filme und du als eloquenter Mensch siehst nur das letzte Wort. Da hab ich wohl etwas richtig gemacht
Florian am 5. Dezember 2011
“Dieser Beitrag wurde ihnen präsentiert von dem Verein für durch Langeweile bedingte philosophische Selbstreflexion.”
Und das ist gut so.