Re: Lass uns über das Leben reden
Vor diesem Beitrag sollte man den Originaltext von Sebastian lesen.
Ich habe nie schwitzend an irgendwelchen Schienen gearbeitet, hatte nie ein furchtbares Praktikum und musste auch nie Kaffee kochen. Ganz im Gegenteil: Meine erste Berufserfahrung sammelte ich in einem PC-Geschäft. Ich saß den ganzen Tag in der Werkstatt und schraubte an Rechnern. Hin und wieder durfte ich auch einmal die Drecksarbeit des Entstaubens übernehmen, aber das war auch schon alles. Der einzige Minuspunkt war die Tatsache, dass mich meine Arbeitskollegen wie einen 14-jährigen behandelten, und selbst darüber konnte ich mich aber auch nicht beschweren. Schließlich war ich 14.
Ohne diese Erfahrung wäre ich vielleicht nicht an die HTL gegangen.
Ein Jahr später ging’s dann ab in den Softwarebereich – 4 Wochen Webseiten programmieren. Und wieder passierte das Gleiche: Ich lernte unglaublich viel, hatte großen Spaß, und diesmal fühlte ich mich innerhalb des Unternehmens sogar gleichgestellt mit den Großen.
Ohne dieses Praktikum hätte ich vielleicht nie ernsthaft mit Webdesign begonnen, hätte heute keinen Blog und würde diesen Text hier gar nicht schreiben.
Trotz zweier toller Praktika entschied ich mich im Jahr darauf für etwas anderes: Instandhaltung sollte es sein, und das in einem Betrieb, in dem mich der Chef wenn überhaupt nur als Nummer kannte. Im Jahr davor saß ich ihm noch gegenüber. Und das Komische daran: Es war anstrengend, unglaublich fummelig (Wer wollte nicht schon immer einmal ein riesiges Lager voller Schrauben durch händisches Nachzählen auf Bestandsveränderungen überprüfen?) und manchmal auch eklig (Ich erinnere mich nur ungern an den Raum unter der Lackiererei). Und trotzdem würde ich das Praktikum nicht als schlechte Erfahrung bezeichnen.
Schließlich hätte ich ohne dieses Praktikum nie die Bestätigung erhalten, in der IT-Branche richtig zu sein.
Und obwohl ich als Angestellter nie richtig auf die Nase gefallen bin, schloss ich mich diesen Sommer mit Sebastian zusammen, um die Arbeit an etwas eigenem aufzunehmen. Um der eigene Chef zu sein, und um mit den bestmöglichen Kollegen an etwas zu arbeiten. Kollegen, die ich ohne das erste tolle Praktikum heute vielleicht nicht einmal kennen würde.
Es geht nämlich wirklich nicht darum, welche Erfahrungen man macht. Es geht darum, Erfahrungen zu machen. Egal welche. Denn mit genug Erfahrung und den richtigen Leuten wird man auch die richtige Entscheidung treffen. Und wenn sie auf den ersten Blick noch so verrückt wirkt.
Und dann – Bähm!
Florian am 6. Dezember 2011
Ich bin auch gerade dabei, mich nach meinem ersten Praktikum umzuschauen. Und auch wenn ich weiß, dass ich etwas in der IT machen will, bin ich noch am überlegen etwas ganz anders zu machen…
Sebastian am 6. Dezember 2011
Ich liebe das Leben – und deinen Artikel.
Flo am 7. Dezember 2011
Wie bei Sebastian schon erwähnt, war mein erster und bis jetzt einziger Ferialjob echt spitze: Gut bezahlt, super Kollegen und interessante Arbeit. Dadurch hab ich bis jetzt eine unglaublich posititive Einstellung gegenüber dem Arbeiten gehen, das geht so weit, dass ich mir überlege diesen Sommer 2 Ferialjobs zu machen…