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10. April 2011 · Kategorie: Filme & Serien · 3 Kommentare

Ich versuche normalerweise möglichst selten über Dinge zu schreiben, von denen ich keine Ahnung habe. Diesmal mache ich eine Ausnahme und schreibe über Sucker Punch, einen Film, den ich auch Stunden, nachdem ich ihn gesehen habe, noch immer nicht wirklich verstehe. Aber spulen wir erst einmal ein wenig zurück.

Sucker Punch ist ein Fantasy-Action-Film von Legendary Pictures. Letzteres halte ich deshalb für erwähnenswert, weil mir Legendary Pictures bisher sehr konträr aufgefallen ist. Zum einen wäre da 300, wohl einer der stumpfsten Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Das einzig interessante an 300 war der Look: Dunkel mit einer bestimmenden Farbe (meistens Rot), stark überbearbeitet, jedes einzelne Bild wirkt wie frisch aus Photoshop. Ähnlich sieht auch der zweite Legendary-Film aus, der mir in Erinnerung blieb: Watchmen. Im Gegensatz zu 300 halte ich Watchmen für einen der besten Filme, die ich jemals gesehen habe. Die explizite Gewaltdarstellung, die bei 300 einfach nur sensationsgeil wirkt, fügt sich bei Watchmen wunderbar in die Atmosphäre ein. Aber was ist Sucker Punch? Ein weiteres 300 oder doch eher Watchmen? Ich würde sagen: Beides.

–Spoileralarm–

Die ersten Minuten wirken wunderbar düster, die Musik ist ausgezeichnet und man hört der Erzählerstimme gespannt zu. Ich muss sofort an Watchmen denken. Dann wird man plötzlich aus dieser Welt herausgerissen und findet sich in einer glamouröseren Version eben dieser wieder. Aus dem Sanatorium wird ein Theater – interessant, aber auch verwirrend. Mir selbst ist bis kurz vor Ende nicht klar, ob einfach nur einige Wochen in die Zukunft gesprungen wurde, oder ob es sich um einem Traum handelt. Der Untertitel des Films – “You will be unprepared” – ist also nicht an den Haaren herbeigezogen.

Es folgen einige belanglose Dialogszenen – generell sind Dialoge nicht gerade die Stärke des Films. Die meisten Charaktere wirken für mich eher leer und gefühlsarm, nur der Theaterbesitzer erweckt den Eindruck, eine ausgeprägte (wenn auch ziemlich verstörte) Persönlichkeit zu besitzen. Kurz darauf wird man als Zuseher in die erste von mehreren kürzeren Traumsequenzen geworfen. Moment mal – ein Traum im Traum? Offenbar braucht jeder aktuelle Hollywoodfilm einen gewissen Touch von Inception.

Die Traumsequenzen erinnern allesamt sehr stark an 300; Meistens wird stumpf drauflosgeballert. Die Szenarien der Traumsequenzen sind allerdings hervorragend und würden allesamt einen eigenen Film verdienen. Alleine der zweiten Sequenz, in der gegen Steampunk-Zombie-Nazis (!!!!!!!) gekämpft wird, würde ich gerne eine Comicserie und die dazugehörige 4-Stunden-Verfilmung gönnen. Ich meine, Steampunk. Zombie. Nazis. Eine Google-Bildersuche bestätigt, dass diesem Szenario vor Sucker Punch eindeutig zu wenig Aufmerksamkeit zugekommen ist. Außerdem möchte ich die Kostümabteilung des Films darauf hinweisen, dass das Schulmädchenoutfit der Hautpdarstellerin

  1. ein echter Hingucker ist und
  2. bei starkem Schneefall irgendwie unglaubwürdig wirkt.

Um das Ausmaß der Szenarien, die der Film verbrät, zu beschreiben, bediene ich mich kurz bei theredspeechballon:

As always, first and foremost, I gotta give credit where credit is due. Zack Snyder has officially made a movie that included all of the following:

  • Hot chicks in school girl outfits,
  • hot chicks in stripper/dancer outfits,
  • hot chicks in barely there badass soldier outfits,
  • a dragon (and a dragon baby),
  • some orc looking things,
  • crazy mercenary robots,
  • video game style fight scenes with pretty effects,
  • AND steampunk zombie Nazi soldiers!

Wer sich durch die ständigen Wechsel zwischen vermeintlichem Traum und Traum im vermeintlichen Traum bisher noch nicht verwirren lies, dem wird spätestens am Ende der Kopf explodieren. Neben der Tatsache, dass der Hauptcharakter des Films einer Lobotomie unterzogen wird, bleibt es offen, ob sich die abschließende Szene in einem Traum oder in der Realität abspielt. Ich tippe auf einen Traum, bin mir aber nicht sicher. Alles im Allem würde ich dem Film vorläufig 7 von 10 Punkten geben. Diese Wertung werde ich aber vermutlich ändern, wenn ich den Film endlich verstanden habe.

Zum Abschluss noch eine zur Verwirrung des Films passende Analyse des Films von Marc mit Inception-Anspielung:

Der Busfahrer ist der sich drehende Kreisel!